Cristiano Ronaldo, mit 146 Toren in 234 Länderspielen Portugals Rekordtorschütze, hat das Lager der Nationalmannschaft sensationell verlassen und in einem offiziellen Statement mit 1.996 Wörtern Nationaltrainer Jorge Jesus offen vorgeworfen, zweimal sein Wort gebrochen zu haben. Der 41 Jahre alte Stürmer, fünfmaliger Gewinner des Ballon d'Or, verließ den Kader aus Protest vor dem Spiel der UEFA Nations League gegen Dänemark, nachdem er gegen Norwegen über die gesamten 90 Minuten auf der Bank geblieben war. Laut Ronaldo teilte ihm am Tag des Norwegen-Spiels einer der Assistenten von Jesus mit, der Trainer wolle ihn sehen, und Jesus fragte ihn anschließend, ob er bereit sei, 30 Minuten zu spielen. Das war nicht Teil seines körperlichen Aufbauplans, doch er willigte ein. Nachdem er in der zweiten Halbzeit zum Aufwärmen geschickt worden war, wurde der Star dennoch nie eingewechselt. Der Kapitän hat sich inzwischen bei den Fans dafür entschuldigt, dass er sie nach dem Schlusspfiff nicht gewürdigt hat.

Ronaldo schildert detailliert, wie sich der Bruch vertiefte, und beschreibt ein Treffen 48 Stunden später im Beisein von Simão Coutinho, Sportdirektor seines Klubs Al-Nassr aus der Saudi Pro League. Nach einem Videotelefonat zwischen Jesus, Coutinho und Tiago Craveiro, strategischer Berater von Ronaldos Firma CR7 SA, wurde sogar ein Papier mit acht Punkten aufgesetzt, in dem die Zusage des Trainers festgehalten wurde, auf der Pressekonferenz die Wahrheit zu sagen und seinen Fehler einzuräumen. Stattdessen schlug Jesus einen aggressiven Ton an und ignorierte die vereinbarte Formulierung. „Der Trainer hatte sein Wort mir gegenüber gebrochen“, betonte Ronaldo.

Brisanter wird die Lage dadurch, dass Ronaldo beschlossen hatte, seine Länderspielkarriere nach der WM 2026 zu beenden, dann aber auf Bitten des Präsidenten des portugiesischen Fußballverbands blieb und der Verpflichtung von Jesus sogar seine volle Unterstützung gab. „Ich habe das getan, was ich immer gesagt habe, dass ich tun würde, wenn ich mich nicht nützlich fühle: Ich habe meine Sachen gepackt und bin gegangen“, erklärte er zu seiner nicht genehmigten Abreise aus dem Lager. Ronaldo übernimmt nun die Verantwortung, beruft sich nicht auf mildernde Umstände und erwartet, dass der Verband eine verpflichtende disziplinarische Sanktion verhängt. Danach sei er wieder bereit, Portugal zu vertreten.
Gesponsert



