Conor McGregor ist längst nicht mehr nur ein Kämpfer. Er ist ein kulturelles Phänomen – der Mann, der Mixed Martial Arts aus der Nische geholt und zu einer globalen Multimillionen-Dollar-Show gemacht hat. Am 12. Juli steigt der Ire nach dramatischen fünf Jahren Pause wieder ins Oktagon. Sein Gegner heißt Max Holloway, doch die eigentliche Spannung liegt nicht darin, wer ihm gegenübersteht, sondern darin, was McGregor selbst noch antreibt.

McGregors große Rückkehr: Sport oder doch nur die letzte kommerzielle Show?

Bevor „The Notorious“ auf der Bildfläche erschien, hatte das Oktagon seine Legenden in Anderson Silva und Georges St-Pierre, doch keiner von ihnen hatte je im globalen Maßstab für Aufsehen gesorgt. McGregor erkannte den Moment als Erster und gab dem Sport ein völlig neues Erfolgsrezept an die Hand. Er zeigte, dass es nicht mehr reichte, sich im Gym einzuschließen und an der Technik zu feilen. Um das große Geld und die breite Anerkennung zu bekommen, musste man sich selbst zur Marke machen. Fast jeder Kämpfer arbeitet heute nach dieser Formel, doch der Architekt des Ganzen ist nach wie vor er.

McGregors große Rückkehr: Sport oder doch nur die letzte kommerzielle Show?

Der Ire hat die Regeln an mehreren Fronten gleichzeitig neu geschrieben. Er wurde der erste Kämpfer, der Titel in zwei verschiedenen Gewichtsklassen hielt, bezwang dafür José Aldo und Eddie Alvarez und ebnete damit den Weg für die Doppelchampions, die nach ihm kamen. Außerdem löste er eine finanzielle Revolution aus und prägte die Idee der „Red Panty Night“ – ein Kampf gegen ihn bedeutete einen lebensverändernden Zahltag, den größten der Karriere jedes Gegners. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Von den sechs meistverkauften Pay-per-View-Events der UFC-Geschichte bestritt McGregor fünf als Hauptkämpfer. Dazu kam der grenzüberschreitende Crossover-Kampf gegen Floyd Mayweather, der dem Iren Hunderte Millionen Dollar einbrachte.

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Nun steht McGregor mit 37 wieder im hellsten Scheinwerferlicht. Am 12. Juli trifft er auf Max Holloway. Es ist die Revanche für ihren Kampf von 2013, den McGregor nach Punkten einstimmig gewann. Die Realität heute könnte jedoch kaum unterschiedlicher sein. Der 34-jährige Hawaiianer ist in der Form seines Lebens, unermüdlich aktiv und im Oktagon eine echte Kampfmaschine. McGregor hat dagegen die vergangenen Jahre mit Geschäften und dem Leben abseits des Käfigs verbracht statt mit einem zermürbenden Trainingslager.

McGregors große Rückkehr: Sport oder doch nur die letzte kommerzielle Show?

Genau dieser krasse Gegensatz lässt die Nacht des 12. Juli historisch wirken. Der Kampf soll endlich die Frage klären, die seit Jahren im Raum steht: Erleben wir einen hungrigen Kämpfer, der wirklich in den Spitzensport zurückkehrt, oder nur einen geschickt verpackten kommerziellen Schachzug am Ende einer Karriere?